Welche Traumaformen gibt es?

Ein Trauma ist oft unsichtbar – und dennoch spürbar. Viele Menschen verbinden den Begriff „Trauma“ zunächst mit Ereignissen wie Unfällen, Gewalt oder Krieg. Doch traumatische Erfahrungen können auch leise entstehen – durch Erlebnisse (besonders in der Kindheit), die überfordern, einsam machen oder für die es keine Worte gab.

 

Ein Trauma bedeutet, dass dein System einer starken Belastung ausgesetzt war – und sich nicht ausreichend beruhigen oder Sicherheit finden konnte. Oft sind die Folgen noch Jahre später spürbar, ohne dass du die Ursache klar benennen kannst.

Mögliche Anzeichen dafür, dass ein Trauma noch wirkt

Vielleicht erkennst du dich in einigen dieser Punkte wieder:

  • ständige innere Anspannung oder Erschöpfung
  • schnelle Überforderung oder Gereiztheit
  • Gefühl von Leere oder Abgeschnittensein
  • Unsicherheit im Kontakt mit anderen
  • Schuld- oder Schamgefühle
  • das Gefühl, nicht „gut genug“ zu sein
  • das Empfinden, im „falschen Leben“ zu sein

Diese Reaktionen sind keine Schwäche, sondern Schutzmechanismen, die dein Nervensystem in einer belastenden Situation erlernt hat.

Traumaformen Traumatherapie Muenchen

Formen von Trauma

1. Schocktrauma

Entsteht durch plötzliche, überwältigende Ereignisse, zum Beispiel:

  • Unfall
  • plötzlicher Verlust
  • schwere Diagnose
  • Gewalt oder Übergriff

Mögliche Folgen:

  • innere Unruhe, Panik
  • Flashbacks
  • Schlafstörungen
  • Gefühl von Kontrollverlust
  • Übererregung oder emotionale Taubheit

2. Bindungstrauma

Entsteht, wenn in der Kindheit Nähe, Sicherheit und emotionale Unterstützung gefehlt haben. Oft geschieht dies, ohne dass „sichtbar Schlimmes“ passiert ist – vielmehr fehlt etwas Wesentliches, wie:

  • feinfühlige Bezugspersonen
  • emotionale Zuwendung
  • echtes Wahr- und Ernstgenommenwerden

Mögliche spätere Anzeichen:

  • das Gefühl, nicht „richtig“ zu sein
  • ständige Anpassung an andere
  • Angst vor Nähe oder Zurückweisung
  • eingeschränktes Spüren eigener Bedürfnisse
  • Funktionieren bei gleichzeitiger innerer Leere

3. Entwicklungstrauma

Entsteht durch Belastungen in jungen Jahren, zum Beispiel durch Trennung, Krankheit, Krankenhausaufenthalte oder häufiges Alleinsein.

Typische frühe Erfahrungen:

  • lang anhaltendes Gefühl von Hilflosigkeit
  • fehlendes Gefühl sicherer Bindung

Mögliche spätere Folgen:

  • chronische Unsicherheit
  • körperliche Beschwerden ohne klare Ursache
  • Schwierigkeiten mit Vertrauen, Nähe und Selbstwert

4. Beziehungstrauma

Entsteht durch verletzende Erfahrungen in engen Beziehungen im Erwachsenenalter, wie:

  • emotionale oder körperliche Gewalt
  • destruktive Beziehungsmuster
  • Demütigung oder Verlassenwerden

Mögliche Folgen:

  • Angst vor neuer Nähe
  • Zweifel am eigenen Wert
  • Misstrauen oder ständige innere Alarmbereitschaft
  • Wiederholen belastender Beziehungsmuster

5. Transgenerationales Trauma

Hier werden Gefühle und Muster übernommen, die nicht unmittelbar aus der eigenen Erfahrung stammen, sondern aus dem Familiensystem weitergegeben wurden, etwa durch:

  • Kriegs- oder Fluchterfahrungen in der Familie
  • emotionale Abwesenheit der Eltern
  • Schweigen über schwere Schicksale

Typische Anzeichen:

  • unerklärliche Schuld- oder Schamgefühle
  • das Gefühl, nicht frei zu sein
  • sich wiederholende Muster über Generationen hinweg

6. Komplexe Traumatisierung

Entsteht durch langanhaltende emotionale, körperliche oder psychische Belastung, zum Beispiel:

  • Aufwachsen mit suchtkranken, psychisch belasteten oder gewalttätigen Eltern
  • ständige Überforderung, Vernachlässigung oder Angst
  • fehlender Trost oder keine sichere Bezugsperson

Mögliche Folgen:

  • ständige Anspannung, Reizbarkeit oder Erschöpfung
  • innere Leere, Selbstzweifel
  • Angst vor Nähe, aber auch vor Alleinsein
  • Gefühl, „nicht normal“ oder „zu viel“ zu sein
  • Schwierigkeiten mit Grenzen und Selbstfürsorge

Wie Traumatherapie helfen kann

Ein Trauma ist kein persönlicher Fehler. Es ist eine Schutzreaktion deines Nervensystems auf eine Überforderung.

In einer traumatherapeutischen Begleitung kannst du:

  • verstehen, warum dein System so reagiert
  • alte Muster erkennen und neue Handlungsmöglichkeiten entdecken
  • Sicherheit im eigenen Körper und in Beziehungen aufbauen
  • Schritt für Schritt wieder in Verbindung mit dir selbst und deinem Leben treten

Ein erster Schritt

Wenn du dich in diesen Beschreibungen wiedererkennst, könnte es hilfreich sein, innezuhalten und dir Unterstützung zu suchen. Ich biete dir ein unverbindliches, kostenloses Kennenlerngespräch an, um gemeinsam zu schauen, ob und wie ich dich auf deinem Weg begleiten kann – in deinem Tempo, mit Einfühlungsvermögen und Klarheit.

 

Ich freue mich auf deinen Besuch!

Yasmin Riza